Wir sind nicht allein!
Mitten im Wald, direkt am Wannsee, begrüßte uns am 28. März unsere wunderschöne Unterkunft. Auch wenn für die kommenden Tage unserer Geschwisterfreizeit viel Großstadt auf dem Programm stand, hier erwartete uns Ruhe und Natur pur. Nach einer langen Anreise mit dem Zug, für manche einmal quer durch Deutschland, hieß es jetzt erst einmal ankommen. Die erste gemeinsame Herausforderung erwartete uns dabei schon ziemlich bald: Der Fahrer, der uns unsere bestellten Lebensmittel liefern sollte, fand im Dunklen das Haus nur schwer. Aber mithilfe von Taschenlampen-Leuchtsignalen kam schließlich auch alles, was wir für unsere Selbstverpflegung brauchten, bei uns an und mit einem leckeren Abendessen und jeder Menge Vorfreude konnten wir in die gemeinsame Woche starten.
Am nächsten Tag ging es direkt auf Erkundungstour. Ein Stadtbummel mit leckerem Eis durch Potsdam, die überraschende Erkenntnis, dass es auch hier ein Brandenburger Tor gibt, ein Besuch von Schloss Sanssouci und ein gemütlicher „Werwolf“-Abend – es war ein gelungener Auftakt der gemeinsamen Woche.
Zwischen Gefängniszellen und Graffitimauern
Weiter ging es mit einem Ausflug nach Berlin. Auf Wunsch unserer Jugendlichen schauten wir uns zuerst das Haus aus der Serie „Türkisch für Anfänger“ an. Als es dann zu regnen begann, entschieden wir uns für einen spontanen Besuch im Dungeon, das uns mit seiner Mischung aus Grusel und Humor viel Nervenkitzel und Lachen bescherte. Am Nachmittag wurde es nicht weniger spannend: Wie bricht man aus einer (echten!) Gefängniszelle aus? In zwei Teams haben die Geschwisterkinder das in einem Escape Room nach einer Reihe kniffliger Rätsel – fast gleichzeitig – herausgefunden. Unser geheimer Tipp an alle: Unterschätzen Sie niemals einen Wäscheschacht!
Der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag standen ganz im Zeichen des geplanten, großen Kunstprojektes rund um das Thema „Erfahrungen, Gefühle und Erlebnisse als Geschwisterkinder“. In einem Kunstatelier erhielten die Jugendlichen nicht nur äußerlich, sondern vor allem auch emotional Raum, sich kreativ auszudrücken und untereinander auszutauschen. Mithilfe ganz unterschiedlicher Materialien wie Ton, Leinwand, Mosaik und verschiedenen Drucktechniken entstanden dabei ganz beeindruckende individuelle Kunstwerke. Den Abschluss der Kunsttage bildete ein großer Graffiti-Workshop. Dafür ging es nach einer Besichtigung vieler Graffitis im Mauerpark in ein Atelier in Berlin-Mitte, in dem die Jugendlichen, ausgerüstet mit Schutzkleidung und Masken, selbst die Dose in die Hand nehmen durften. Mit dem Gefühl, ein echter kleiner Street-Art-Künstler zu sein, gestalteten die Geschwisterkinder am Ende ein gemeinsames riesiges Graffiti.
Weil es gemeinsam einfach am schönsten ist
Zwischen all den kreativen Stunden gab es immer wieder auch Momente, in denen wir auf ganz andere Art besondere Erinnerungen sammeln konnten. Als am Dienstagabend die Sonne über dem Brandenburger Tor unterging und ein Straßenmusiker mit seiner Geige den Platz verzauberte, entstand, im Zusammenspiel mit unseren vielen Eindrücke vom Kunstprojekt, eine wirklich berührende Atmosphäre von Schönheit und Verbundenheit, an die wir noch lange denken werden. Am Donnerstagabend hingegen wurde es eher laut und bunt. Bei den Jugendlichen war der Wunsch nach einem „echten Berliner Diskobesuch“ entstanden. Und so ging es nach einem gemeinsamen Styling und Outfitcheck in den Matrix Club – für einige der erste Diskobesuch ihres Lebens –, wo bis zum Ende der Veranstaltung ausgelassen getanzt und jede Minute genossen wurde. Anschließend gab es, ganz klassisch und „typisch Berlin“, eine Fanta am Späti.
Unseren letzten Tag in der Hauptstadt nutzten wir für eine abschließende Stadttour und einen fröhlichen Abschlussabend in unserer Unterkunft. Am Samstag ging es dann, zunächst gemeinsam, dann jeder in seine Richtung, zurück nach Hause – mit vielen, vielen Eindrücken, Erlebnissen und Erinnerungen im Gepäck – und mit der wunderschönen Gewissheit, verstanden zu werden und nicht alleine zu sein. Denn auch diesmal waren es nicht nur die Aktivitäten und Ausflüge, sondern vor allem die Gemeinschaft, die Begegnungen, die vielen kleinen Momente zwischendurch, die Möglichkeit, sich über das Leben zu Hause und die eigenen Erfahrungen auszutauschen und Freundschaft wachsen zu lassen, die die gemeinsame Zeit so kostbar gemacht haben. Wir können das nächste Treffen kaum erwarten!es Geschwistertreffen voller Action, Gemeinschaft und Erfolgserlebnissen – es tut gut, mutig zu sein!

