Im Wechsel der Jahreszeiten
Es war unsere dritte Atempause, die meine Schwester Gabi und ich, als Teil des Ehrenamtlichen-Teams, erleben durften: Frühling, Herbst und jetzt der Sommer. Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Charme. Dieses Mal wurde die Atempause von einem sehr warmen sonnigen Wetter mit nur einem regnerischen gewittrigen Tag begleitet. Was liegt da näher, als an der nahegelegenen Badestelle am Chiemsee zu baden! Ob vor dem Frühstück, dem kinderfreien Vormittag der Eltern oder nachmittags als gemeinsame Familienaktion bei frischer Melone und Kuchen: Genossen haben es alle, große und kleine Badebegeisterte!
Herzliche Begegnungen
Jede Atempause ist immer einzigartig, geprägt durch die unterschiedlichen Familien. Während einige Familien mit den Örtlichkeiten und Abläufen bereits vertraut waren und sich mit einem großen „Hallo“ wiedersahen, waren andere das erste Mal dabei und anfänglich noch zurückhaltend. Aber schnell legte sich auch bei ihnen die Anspannung mit einem Gefühl von Verständnis in der besonderen Lebenssituation – auch ohne viel Worte. Es wurde sehr viel gelacht, erzählt, gespielt und gesungen. Selten erlebe ich bei Familien das Genießen im „Hier und Jetzt“ mit solch einer positiven Einstellung und der Liebe zu ihrem Kind. Es berührt mich immer wieder aufs Neue und macht die Atempause auch für mich, als Betreuerin, zu einem besonderen Erlebnis.
Vielfältiges Angebot
Die einzelnen Tage haben Sophie und Ariane wie immer gut strukturiert geplant und vorbereitet. Dabei wurde bewährtes Beibehalten wie das Begrüßungslied als tägliches Ritual im Löwensaal, die Collagen der Familien oder Ausflüge zur Alm und mit dem Schiff. Aber auch neue Aktivitäten wurden mit großer Begeisterung aufgenommen, wie der Jodel-Kurs für die Eltern oder ein Besuch auf der Sommerrodelbahn. Ein besonderes Highlight waren für mich die Musikabende, die von einigen Vätern mit Gitarrenmusik begleitet wurden und uns alle begeisterten. Dass es wegen des Wetters einige kurzfristige Änderungen gab, hat die Stimmung nicht geschmälert, sondern neue Möglichkeiten eröffnet – wie das Baden am See mit Kanu und Paddle. Die Teamleitung hat nicht stur an dem geplanten Programm festgehalten, sondern ist situativ und spontan auf veränderte Gegebenheiten eingegangen.
Herausforderungen meistern
Die zu betreuenden Kinder sind in ihrer Bedürftigkeit sehr unterschiedlich. Sich darauf einzustellen, ist nicht immer einfach. Es gelang uns meist durch das Kennenlernen der Eltern in vertrauensvollen Gesprächen, im Austausch mit der Teamleitung und den anderen BetreuerInnen. Es war schön zu beobachten, wie die Eltern zunehmend mehr „Loslassen“ und die freie Zeit am Vormittag unbeschwerter genießen konnten. Aber auch wir gewannen im Umgang mit dem Kind schnell an Sicherheit, erlebten bei ihnen kleine Veränderungen und Zeichen der Teilhabe und der Freude.
Eine große Gemeinschaft
Keine Atempause ist wie die vorherige. Jedes Mal vor Abfahrt denke ich, ob meine Erwartungen enttäuscht werden könnten, ob die neue Atempause genauso erlebnisreich und beglückend sein wird wie zuvor. Nein, ich wurde nicht enttäuscht! Es ist das Erleben in der Gemeinschaft und das Gefühl eine große Familie zu sein! Die Distanz zwischen den unterschiedlichen Rollen verschwimmt, es wird gemeinsam erzählt, gespielt, gesungen und gelacht. Es ist schön, die Entspannung und Erholung bei den Eltern wahrzunehmen, die vormittags endlich ein wenig Zeit für sich haben um zur Ruhe zu kommen, aber auch den Austausch untereinander genießen mit einem großen Verständnis für die besondere Familiensituation.
Etwas erschöpft, aber beseelt von den vielen Eindrücken und Erlebnissen fiel mir der Abschied schwer und mit Dankbarkeit blicke ich zurück. Aber es wird nicht mein letztes Mal sein: Atempause, ich komme!

